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Viel knapper geht es nicht. Nur um zwei Tore haben die Herrenwasserballer des HSC Hellas-1899 den Gewinn des Norddeutschen Wasserballpokals verpasst. Beim Finalturnier in Hamburg landeten die Hildesheimer auf Rang drei, dabei hatten sie den späteren Pokalsieger Sportliche Vereinigung Laatzen zum Auftakt bezwungen.

Wenn auch ohne Trophäe, dafür mit einem prima Gefühl sind die Hellenen zurück von der Alster. „Das hat Spaß gemacht, wir haben guten Wasserball gezeigt und für uns das Maximale erreicht“, sagt sein zufriedener Trainer Dragan Dobric, der sich vor allem über den Sieg gegen Nachbarn Laatzen freute. „Das ist uns in vier Spielen in der Liga nicht gelungen, aber hier.“
Zum Start ins Turnier hatte es ein 7:5 (2:2, 2:1, 1:2, 2:0) gegen die Sportliche Vereinigung gegeben, was durchaus überraschend war. Immerhin hatten die 99er zehn Tage zuvor noch daheim in der Jowiese eine 2:14-Schmach kassiert. „Laatzen dachte wohl, das wird einfach gegen uns, aber wir haben gut verteidigt und vorne getroffen.“ Der HSC agierte dieses Mal auf Augenhöhe. Die Führung schwappte hin und her, und ausgerechnet im Schlussviertel machten die Hellenen noch mal  richtig Druck. Beim Stand von 5:5 vergaben sie erst zweimal in Überzahl. Danach lief es besser, sie trafen die nächsten beide Male, während bei Laatzen die Luft raus war und nichts mehr Zählbares heraussprang.
Doch der Kräfteverschleiß aus dem Derby war wenige Stunden später beim 7:10 (2:1, 2:6, 1:2, 2:1) in der zweiten Partie der Hildesheimer gegen Poseidon Hamburg zu sehen. Der HSC hielt die Partie zunächst offen, doch Ende des zweiten Viertel hatte das Team eine Schwächephase, kassierte beim Stand von 4:4 gleich vier Treffer in Folge. „Das darf dir gegen so einen Gegner nicht passiere“, sagt Dragan Dobric. Der Rückstand war eine Vorentscheidung, auch wenn die Hellenen nicht aufgaben. Sie blieben am Ball, fünf Minuten vor dem Ende hieß es 7:9, ein Unentschieden schien machbar. Doch die Kraft fehlte, die Partie noch zu drehen. Dragan Dobric: „Wir waren im Angriff auch nicht so effektiv wie gegen Laatzen.“
Am zweiten Tag brachte der Hellas-99 beim 13:3 (2:2, 3:1, 4:0, 4:0)-Erfolg seine Punkte gegen Schlusslicht HTB 62 Hamburg sicher in den Hafen und sah dann, dass es Laatzen besser machte und die Hamburger in einem sehenswerten Match mit 12:9 bezwang. Damit waren drei Vereine punktgleich, doch die um ein Tor schlechtere Tordifferenz der Hildesheimer im direkten Vergleich wirkte sich aus. Hätte Laatzen nur mit einem Tor Differenz gewonnen, dann hätte der HSC den Cup mit an die Innerste nehmen dürfen.

Hellas-99: Marcel Wiegand (im Tor); Linus Schütze (5 Tore im Turnier), Florian Weiterer (5), Dragan Dobric (1), Noah Schütze (5), Cilian Schäfer, Daniel Froböse Vazquez, Torben Weiterer (2), Steven Brager (1), Julius Witte (4), Tobias Höhler (3) und Haris Suljic (1).

Bild: Abfangjäger im Wasser: Hellas-99-Abwehrrecke Tobias Höher bekommt nur die Fingerspitze an den Ball, den sich Torwart Marcel Wiegand gleich angeln will. Für Angreifer Joel Werner aus Laatzen ist da nichts zu holen. Foto: Hajo Höhler