Das war ein Sieg mit ganz viel Gefühl. So ließe sich der 21:17 (4:3, 4:2, 5:6, 8:6)-Erfolg der U18-Bundesligawasserballer des Hellas-99 gegen den ASC Brandenburg auf den Punkt bringen. Denn dem neunfachen Torschützen Benno Weiterer gelangen alleine vier Treffer per Bogenlampe ins lange Eck – ein bis dato so gut wie einmaliger Vorgang. Mit seinen gefühlvollen „Bananen“ hob er seine Mannschaft auf die Siegerstraße. Aber der Reihe nach, denn nicht nur Hildesheims Top-Torschütze zeigte sich in Bestform, das ganze Team lieferte eine starke Leistung ab und machte so die eher schwachen Auftritte bei den Heimniederlagen gegen Bochum und Leipzig vergessen.
Dabei hatte es gleich doppelten Grund zum Schwarzsehen gegeben. Die Scheiben in der Schwimmhalle waren rundum abgeklebt. Die Vorbereitungen für die EVI-Lichtungen liefen schon, weil das Sportbecken im Wasserparadies am kommenden Wochenende ein Teil der Lichtshow ist. Die schwarzen Folien passte zum Gesundheitszustand des HSC. Mit Laurin Göhres, Stig Telle und Benno Weiterer hatten drei wichtige Kräfte die Woche davor grippebedingt pausieren müssen.
Und zum Start sah es so aus, als ginge auch das Match gegen Brandenburg in die Binsen. Denn nach nicht einmal einer Minute knallten die körperbetont agierenden Gäste den ersten Wurf in den Winkel, mit einer aggressiven Pressdeckung provozierten sie in den ersten drei Hellas-Angriffen leichte Abspielfehler. Doch die 99er berappelten sich, die Abwehr stand – und Center Laurin Göhres kam immer besser ins Spiel. Er erzielte den wichtigen 1:1-Ausgleich und sorgte dafür, dass die HSC-Angreifer genug Platz hatten, den sie in dieser Partie eiskalt nutzten. Auch die Umstellung von Pressdeckung auf Zonenverteidigung half dem ASC nicht, die Hellenen aufzuhalten.
So bedachte Hallensprecher Peter Hollemann am Ende nicht nur Benno Weiterer mit einem Sonderlob, sondern würdigte das gesamte Team. Der wurfstarke Maximilian Sukop münzte seine Schnelligkeit in Tore um, Valentino Abriata traf nicht nur zweimal, sondern legte ASC-Topmann Emil Heise weitgehend an die Kette. Niklas Schwab und Stig Telle nutzen ihre Chancen aufmerksam und kaltschnäuzig. Trainer Dirk Schütze freute sich, dass seine Jungs clever und mutig spielten und sich die drei Punkte verdient hatten. „Siege schmecken einfach gut“, gab er seiner Mannschaft mit auf den Heimweg für das nächste Match. Am Samstag muss Hellas-99 zu Blau-Weiß Bochum. Das Auswärtsspiel war eigentlich am 10. Januar geplant, wurde wegen des Schneewochenendes aber abgesagt. Bleibt der HSC auf Linie, sollte eine Revanche für die Heimpleite im November drin sein – ob ihnen das mit oder ohne Bogenlampen gelingt, dürfte ihnen dann egal sein.
Hellas-99: Nils Feldmann, Julius Zimmermann (im Tor); Justus Schlüter, Keith Niklas Meier, Stig Telle (2 Treffer), Carl Warsewa (1), Philip Paprotny, Maximilian Sukop (3), Niklas Schwab (3), Laurin Göhres (1), Valentino Abriata (2), Benno Weiterer (9), Simon Tesovic.

